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   Red Bull Hike & Ride 2006   


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Wehe, wenn Vinz und Alex die Nacht zum Tage machen!

Viel Lippenstift und no Chairlift - am vierten Red Bull Hike&Ride in Portes du Soleil überzeugten acht Snowboard- und Ski-Teams mit Ideenreichtum, Ausdauer und Fahrkönnen. In nur drei Tagen brachten sie ihre eigenen Filme auf die Leinwand des Zürcher Mascotte und eine gehörige Portion Winterfeeling in die Grossstadt.

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Vinzenz|Alex
Photo:NathanGallagher

„Das war der beste Contest meines Lebens!“ Schwärmte Vinzenz Lüps am Sonntag an der Red Bull Hike&Ride-Party im Zürcher Mascotte ausser sich vor Freude. Kommt diese Aussage vom Olympianeunten von Turin, will das schon etwas heissen.

Die Erklärung für seine Begeisterung lieferte der Exzentriker, der mit seinen roten Lippen schon in der Halfpipe von Bardonecchia aufgefallen war, gleich mit: „Ich habe noch nie drei so harte Snowboardtage erlebt. Du musst kreativ sein, denken und snowboarden - alles auf hohem Niveau und ohne zu schlafen!“ Nur 72 Stunden blieben den acht Zweierteams schliesslich, um ihren eigenen Film zu drehen, schneiden und zu vertonen. Mit dabei: Vierzehn der besten Freeskier und Snowboarder Europas, darunter Ski-Legenden wie Robert Olsson und Kaj Zackrisson, Snowboarder Fred Serin und Alex Schmaltz, Gitarrero Martin Winkler sowie Nicki Langer und Jakub Malik aus Zürich. Das Public-Team hatte sich im Vorfeld des Red Bull Hike&Rides mit einem eigenen Film qualifizieren müssen. Per Internetvoting wurde Langers und Maliks Film mit 789 Stimmen unter den Finalisten ausgewählt. „Wir haben an der Uni heftig die Werbetrommel gerührt“, finden der Sport- und der Psychologiestudent schmunzelnd auf ihren Sieg im Internetvoting angesprochen.

Go west
„Brandgefährlich“, lautete indes der Kommentar von Bergführer Thomas Theurillat auf die Lawinengefahr angesprochen. Deshalb betonte Organisator Nicolas Hale-Woods am Fahrer-Briefing vom Donnerstag besonders nachdrücklich: „Wir wollen euch am Sonntag alle gesund an der Party sehen! Keine unnötigen Risiken – nichts Fahrlässiges!“ Nach Föhnstürmen in der Ost- und Zentralschweiz war der Schneedeckenaufbau dort äusserst instabil.  Als Austragungsort für das diesjährige Red Bull Hike&Ride hatte man sich deshalb für die Region Chablais Portes du Soleil entschieden. Das Wetter sollte hier zumindest an einem der beiden Drehtage gut sein, mit den Gebieten Ovronnaz und Les Marecottes lockte zudem eines der grössten international verlinkten Skigebiete der Welt, dazu kamen nicht weniger als 209 Lifte. Obwohl – für die Lifte interessierte sich für einmal kaum jemand. Hiken und riden lautete das Motto der acht Teams, Powder und Park, unverspurte Hänge und Riesenkicker und alles vor laufender Kamera! Dafür waren die Fahrer mit den neusten HDV Kameras von Sony, einem Bergführer, und genügend Kartenmaterial von Guide Theurillat professionell ausgerüstet worden.

Vorbereitung ist die halbe Miete
Selbst mitbringen mussten die Teams viel Energie und Ausdauer sowie ihr persönliches Storyboard. Denn schon in den vergangenen Jahren hatte sich laut Nicolas Hale-Woods gezeigt: „Schlafen werden die Wenigsten und: Wer im Vorfeld einen guten Plan hatte, hatte zum Schluss auch den besseren Film.“ Bis in die letzte Sekunde durchdacht schienen die Geschichten der Franzosen Brice Lequertier und Fred Serin, der Österreicher Martin Winkler und Alois Bickel, sowie der Briten Scott Mc Morris und Tim Warwood von Anfang an erfolgsversprechend. Vor der Kamera alte Hasen, dahinter jedoch weniger erfahren, überzeugten auch die Schweden Sverre Liliequist und Kaj Zackrisson mit einem guten Drehbuch. Was die Videotechnik anbelangte schien jedoch eine kleine Einführung von Nöten. Schon beim Briefing liessen sie sich deshalb ganz nach dem Motto „Vorbereitung ist die halbe Miete“  und „der Profi überlässt nichts dem Zufall“ von Cutter Markus die wichtigsten Schritte zur Digitalisierung erklären. „Damit wir am Samstag schneller mit dem Schneiden beginnen können“, so ihr eifriger Kommentar. Wohl vorausahnend, dass am Ende jede Sekunde zählen würde.

Tscheck it out!
„Wir wollen keine grosse Geschichte erzählen. Wir wollen einen Tag im Leben eines Freeriders zeigen. Viel Action eben. Das ist alles!“ Schlugen die Tschechen Robin Kaleta und Jiri Lausecker beim Briefing einen geradezu revolutionären Ton an. Dass das Team rund um Fotograf Pedro nicht nur auf der Leinwand für Action sorgen würde, sondern auch die Filmparty im Mascotte rockte, kam bei den rund sechshundert Premièregästen bestens an. „Da kommst du wenigstens auf deine Rechnung!“ Fand einer der Zuschauer angesichts der tschechischen Ski- und Partyaction bewundernd. Regelrechten Lokalpatriotismus entwickelte das Publikum, als der Film der beiden Zürcher Malik und Langer über die Leinwand ging. Mit tosendem Applaus wurde das Werk kurzerhand zum Publikumsliebling auserkoren. Dafür, dass im ältesten Nachtclub Zürichs auch eine gehörige Portion nackte Haut nicht fehlen durfte, hatten die Deutschen Vinzenz Lüps und Alex Schmaltz gesorgt. Als Pornofilm angekündigt, kriegten die Zuschauer Geburtstagskind Vinz’s knackigen Hintern, Sophias Kussmund und die Kickeraction im selben Vierminüter serviert. Dass die beiden Darsteller, Regisseure und Drehbuchautoren sowohl den Sony Master Shot Award für die besten Kameraaufnahmen sowie den Hauptpreis einstecken durften, spricht für ihr künstlerisches Händchen. Auf die Frage, weshalb er den Deutschen seine Stimme gegeben hätte, antwortete der Skifahrer, Holzfäller und Mützenhäkler Sverre Liliequist später jedenfalls grinsend: „Der guten Fahrszenen wegen natürlich!“

Alle acht Riderfilme und ausführliches Tagebuch der 72 Stunden Red Bull Hike&Ride jetzt bzw. ab 28. Februar auf http://www.redbullhikeandride.com zu sehen.
 
 
 

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